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Reittrekking: Cruce de los Andes zu Pferd

von Barreal (San Juan) bis zur chilenischen Grenze

9 Tage – nächstes Expeditionsdatum auf Anfrage

Die Cruces de los Andes sind bekannte Reit- und Trekkingwege durch die Anden. Grosse Berühmtheit haben sie nicht zuletzt deshalb erlangt, weil das Heer von General Jose de San Martin im Unabhängigkeitskrieg Südamerikas im Januar 1817 über diese Wege die Anden überquert hat. Auf sechs verschiedenen Routen ritt die Armee gegen Westen, hat schliesslich Santiago erobert und ist nordwärts bis ins heutige Peru vorgedrungen. San Martin selbst hat die Kordilleren von Barreal aus beritten. Barreal (1’626 M.üM.) liegt in der Provinz San Juan im Calingasta-Tal, welches die Vor-Anden von den Hauptanden trennt.

Der Reittrek ist fernab der Zivilisation und geht tief hinein in die hohen Anden. Die Witterung ist schwer vorhersehbar. Deshalb haben wir lokale Guides dabei, welche die Täler und ihre Tücken wie ihre eigene Hosentasche kennen. Es muss immer damit gerechnet werden, dass die geplanten Reitwege geändert, verlängert oder verkürzt werden müssen, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

Schon für das erste Nachtlager verlassen wir die Zivilisation. Geschlafen werden alle Nächte in Zelten oder unter Sternenhimmel. Alles, was wir benötigen, muss mitgenommen werden. Auch wenn es zu dieser Jahreszeit in Mendoza-Stadt über 35 Grad heiss sein kann, herrschen in den hohen Anden immer kühle Witterungsverhältnisse. Das Wetter kann zwischen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bis zu rund 25 Grad variieren, ebenso können sich Schneegestöber und strahlend blauer Himmel abwechseln.

Das Packen muss also gut geplant sein. Das persönliche Gepäck, die Zelte, die Schlafsäcke, die Verpflegung, alles wird von Maultieren transportiert. Deshalb ist es essentiell, das persönliche Gepäck so klein und leicht als möglich zu halten - wir wollen die Maultiere nicht überbelasten.

Am leiblichen Wohl soll es nicht fehlen. Vom Frühstück, über Snacks für unterwegs, Mittagessen und Abendbrot ist alles dabei. Trotz logistischer Herausforderung ist das Menu vielseitig und gesund. Eintöpfe und Asados (BBQ) geben von innen warm. So lassen sich die Stunden am Lagerfeuer geniessen.

Inbegriffen ist der Transport von Mendoza nach Barreal und zurück, die Pferde und Maultiere, Verpflegung, Zelte, ortskundige Guides, Satellitentelefon, bei Bedarf deutschsprachige Begleitung.

  

Vorbehalten wetterbedingter Änderungen, wird die Reise wie folgt verlaufen:

Tag 1:
Fahrt von Mendoza nach Las Hornillas. Am Tag der Hinfahrt lassen wir die Pferde noch ruhen und nutzen den angebrochenen Tag um uns an die Höhe zu gewöhnen. Bei Las Hornillas befinden wir uns bereits auf rund 2000 M.ü.M. Einzig die Sättel benötigen wir. Diese werden auseinander genommen und zu Schlafmatten ausgelegt - fehlt noch der Schlafsack und das Cama de Campo, unser Bett für die nächste Woche, ist perfekt.

Las Hornillas ist eine verlassene Herberge, die sich in etwa 40 km südwestlich von Barreal befindet. Noch im 19. Jahrhundert gehörte dieser Ort zu Chile und war einer der Referenzpunkte der Estancia Manantiales, einer 500’000 Hektaren grossen Rinder- und Schafzucht. In den 1930er Jahre wurde das Gebiet argentinisch und die chilenischen Eigentümer enteignet. Im Laufe der Zeit wurde in Las Hornillas ein Seminargebäude von der Mountain-Guide-Schule errichtet. Dieses wurde in eine Herberge umgenutzt und schliesslich um die letzte Jahrhundertwende verlassen. Seither definieren Bauruinen Las Hornillas.


Tag 2:
Nach einem reichhaltigen Frühstück brechen wir das Lager ab. Von Las Hornillas stechen wir direkt in die Hauptanden Richtung Westen. Es geht hoch zum Peñon auf rund 2’800 M.ü.M.. Der grosse, rote Stein bietet uns Windschutz und Gemütlichkeit. Nun bereits weit entfernt von der Zivilisation hoffen wir auf wunderbares Wetter, um im Bergfluss ein erfrischendes Bad zu nehmen und danach nach Sonnenuntergang die Sterne zu beobachten. 

Auf dem Weg kommen wir an den Vegas (Sumpfgebiet) von Manantiales vorbei. An dieser Stelle hat die Armee der Unabhängigkeitskämpfer einen grösseren Rast eingelegt. Es wurde vor deren Eintreffen ein Lazarett aufgebaut und die Soldaten wurden gepflegt und auf ihre Weiterreise über die hohen Anden vorbereitet.


Tag 3:
Heute steht sicher einer der Höhepunkte des Reittreks an: wir passieren den Bergkamm Espinacito. Nach einem langen Aufstieg erreichen wir den Kamm auf rund 4’300 M.ü.M. und dem eindrücklichen, alleine in der Landschaft stehenden Stein. Ein erstes Mal sehen wir das Dach Amerikas, den höchsten Berg des Kontinents, den Aconcagua (6’962 M.ü.M.). Der Abstieg ist geprägt von einer Aussicht auf die farbenprächtigen, nicht enden wollenden Anden. Bei den Vegas de Gallardo (rund 2’900 M.ü.M) schlagen wir nach einem langen Tag das Nachtlager auf.

Vom Peñon bis zum Espinacito werden wir Zeugen der (historischen) Tücken der Berge. 1817 war es lediglich der Avantgarde unter General Soler erlaubt, den kürzeren, aber steileren Weg über den Bergkamm zu nehmen. Aufgrund des damals vielen Schnees war es dem reitenden Teil des Heeres unmöglich, ebenfalls diesen Weg einzuschlagen. Das Heer musste sich ein erstes Mal aufteilen.


Tag 4:
Wir verlassen die Vegas de Gallardo Richtung Süden. Es geht hinunter vorbei an weissen Gipsbergen, die sich zwischen den rot, grün, schwarz gefärbten Anden hervorheben. Nach einem kurzen Ritt erreichen wir nach rund zwei Stunden bereits das 15km lange Valle de los Patos. Es geht dieses Tal hinauf bis wir das Gendarmerie-Haus erreichen. Der Wind- und Sonnenschutz des Hauses kommt gelegen. Wir haben das Nachtlager für die nächsten drei Nächte erreicht. 


Tag 5: 
Es geht los Richtung Chile. Wir werden nach rund vier Stunden auf dem Pferd die chilenische Grenze erreichen. Anfangs durch das liebliche Valle de los Patos, erreichen wir die Cerritos Toledo mit ihren hunderten Wildhasen, durchqueren das Valle Hermoso und reiten die steilen Vegas hoch. Dann, begleitet von Guanacos und Kondoren erreichen wir zu Mittag die Grenze zu Chile. Auf dem Rückweg gibt’s ein kleines Picknick und abends kommen wir müde, aber mit tausend neuen Eindrücken wieder im altbekannten Nachtlager an.

Auch an diesem Tag kann man erkennen, wo die Andenarmee sich aufteilte und auf verschiedenen Wegen in das heutige Chile vordrang. Die den meisten Leuten unbekannte Nordseite des Aconcaguas sehen wir ganz nahe und es zeigt sich deutlich, wie hoch und mächtig dieser Berg ist.


Tag 6: 
Jokertag: Heute legen wir einen Ruhetag ein. Die wunderbare Landschaft lädt ein, ein ausgiebiges Frühstück zu geniessen, im vorbeifliessenden Bergbach Forellen zu fischen, einen Spaziergang zu machen oder einfach Karten zu spielen. 


Tag 7:
Wir machen uns auf den Rückweg und erreichen den Rancho de Lata („Blechhütte“) auf rund 3100 M.ü.M.. Unterwegs können wir nochmals das Valle de los Patos von oben und den Aconcagua vis-à-vis betrachten. Der Name des Nachtlagers kommt daher, dass es in diesem Tal oft derart kalt ist, wie es in einer Blechhütte nur sein kann; eine eigentliche Hütte gibt es nicht. Nur tiefe Steinwände und ein riesiger Steinbrocken geben Zuflucht vor Wind und Wetter.


Tag 8:
Nach einer hoffentlich nicht allzu kalter Nacht brechen wir auf zum bereits bekannten Peñon Colorado wo wir eine letzte Nacht in den Kordilleren verbringen.

Der Weg geht in die entgegengesetzte Richtung, in welcher General Soler mit seiner Avantgarde dazumal marschiert ist. Der hohe Schnee von 1817 ist längst geschmolzen, so dass wir mühelos auch mit den Pferden durchreiten können.


 Tag 9:
Der letzte Tag steht an, wir satteln ein letztes Mal auf und reiten zu Las Hornillas. Wir befinden uns wieder auf merklichen tieferen Terrain und die Temperaturen steigen entsprechend an. Nach rund 5 Stunden Ritt erreichen wir den Startpunkt unseres Abenteuers und machen uns nach einem kleinen Mittagessen wieder auf Richtung Mendoza in die Zivilisation.